Blogbeitrag

Gut gegründet Teil 4 - Rechtfertigung und Heiligung – aus Gnade angenommen, durch Gott verändert

Offenes Tor zum blühenden Garten

Lehrbeitrag zu Römer 5,1 und 1. Thessalonicher 4,3

Bin ich Gott gut genug? Diese Frage kann uns auch als Christen beschäftigen. Besonders dann, wenn wir an uns selbst scheitern. Wir haben wieder ungeduldig reagiert. Ein verletzendes Wort gesagt. Einer Versuchung nachgegeben. Und plötzlich steht die Frage im Raum: Wie kann Gott mich annehmen, wenn ich mich noch so wenig verändert habe?

Die Bibel hilft uns, zwei Dinge zu unterscheiden, die eng zusammengehören: Rechtfertigung und Heiligung. Wer diesen Unterschied versteht, kann in Gottes Gnade zur Ruhe kommen und zugleich mutig Schritte der Veränderung gehen.

Rechtfertigung: Gott spricht uns gerecht

In Römer 5,1 erklärt Paulus: Weil wir aus Glauben gerechtfertigt sind, haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.

Rechtfertigung beschreibt ein Urteil Gottes. Wir stehen vor ihm als Menschen, die schuldig geworden sind. Wir können unsere Schuld weder durch gute Vorsätze noch durch religiöse Leistungen beseitigen. Doch Jesus Christus hat am Kreuz die Schuld von Sündern getragen. Er ist auferstanden. Wer ihm vertraut, empfängt Vergebung und wird von Gott gerecht gesprochen.

Der Grund unserer Annahme liegt ganz in Jesus Christus und seinem vollbrachten Werk. Gott rechnet uns die Gerechtigkeit Christi zu. Der Glaube ist dabei keine besondere Leistung, mit der wir uns Gottes Wohlwollen verdienen. Im Glauben verlassen wir uns auf Jesus und empfangen, was er für uns getan hat.

Darum müssen wir unsere Annahme bei Gott nicht durch geistliche Fortschritte erwerben. Rechtfertigung ist kein langsamer Prozess, in dem Gott uns nach und nach ein wenig gerechter spricht. Wer an Christus glaubt, ist gerechtfertigt.

Der Frieden mit Gott, von dem Paulus spricht, reicht dabei tiefer als ein friedliches Gefühl. Auch wenn unser Gewissen unruhig ist oder unsere Gefühle schwanken: Durch Christus ist die Feindschaft überwunden. Wir dürfen zu Gott kommen.

Heiligung: Gott verändert unser Leben

In 1. Thessalonicher 4,3 nennt Paulus die Heiligung als Gottes Willen für seine Gemeinde. Er spricht dort ganz konkret über sexuelle Reinheit.

Heiligung bedeutet: Wir gehören Gott, und diese Zugehörigkeit soll unser Leben immer stärker prägen. Unser Denken, Reden und Handeln werden verändert. Wir lernen, Sünde zu erkennen und zu lassen. Wir wachsen in Liebe, Wahrhaftigkeit, Geduld und Gehorsam.

Paulus bleibt dabei nicht bei allgemeinen religiösen Gedanken. Gerade unser Umgang mit dem eigenen Körper, mit Sexualität und mit anderen Menschen soll Gottes Willen entsprechen. Heiligung betrifft auch die Bereiche, die niemand sonst sieht.

Diese Veränderung wirkt Gott durch seinen Heiligen Geist. Er gebraucht sein Wort, das Gebet und die Gemeinschaft mit anderen Christen. Er deckt auf, was uns schadet, und gibt Kraft zu neuen Schritten.

Dabei sind wir selbst gefragt: Wir bekennen Schuld, meiden Versuchungen, suchen Hilfe und üben ein, Gottes Wort zu gehorchen. Gottes Wirken befähigt uns, Verantwortung zu übernehmen. In Philipper 2,12–13 verbindet Paulus beides: Christen sollen ihren Glauben gehorsam leben, weil Gott selbst in ihnen das Wollen und das Vollbringen wirkt.

Wie unterscheiden sich beide?

RechtfertigungHeiligung
Gott spricht den Glaubenden gerecht.Gott verändert den Glaubenden.
Sie betrifft unsere Stellung vor Gott.Sie betrifft die Gestaltung unseres Lebens.
Sie geschieht aufgrund des Werkes Jesu, empfangen durch Glauben.Sie geschieht durch Gottes Geist und führt zu gelebtem Gehorsam.
Sie ist kein stufenweiser Vorgang.Das Wachstum in Heiligung dauert unser ganzes Leben.

Zur Heiligung gehört allerdings auch, dass Gott uns bereits für sich ausgesondert hat. Deshalb nennt das Neue Testament Christen schon jetzt Heilige (1. Korinther 1,2). Sie gehören Christus. Nun sollen sie immer mehr entsprechend dieser Zugehörigkeit leben.

Wir werden aus Gnade angenommen. Als angenommene Menschen lernen wir, nach Gottes Willen zu leben. Gute Werke sind die Frucht unserer Rettung. Sie können uns die Rettung nicht verdienen.

Zwei Missverständnisse, die uns schaden

Das erste lautet: „Wenn ich mich genug verändert habe, wird Gott mich annehmen.“

Dieser Gedanke macht müde und unsicher. Wir schauen ständig auf unsere Leistung. Jeder Rückschlag scheint dann Gottes ganze Liebe infrage zu stellen. Römer 5,1 richtet unseren Blick auf Jesus: Unser Frieden mit Gott gründet in ihm.

Das zweite lautet: „Wenn Gott mich aus Gnade annimmt, spielt mein Verhalten keine Rolle.“

Auch das widerspricht dem Evangelium. Gottes Gnade vergibt Schuld und erzieht uns zu einem Leben, das ihm gefällt (Titus 2,11–12). Wer zu Jesus gehört, ist gerufen, ihm auch im Alltag zu folgen. Sünde bleibt ernst. Wir dürfen sie bekennen und mit Gottes Hilfe gegen sie angehen.

Was bedeutet das, wenn ich wieder scheitere?

Vielleicht kennst Du eine Schwäche, die Dich schon lange begleitet. Du hast gebetet, Dir Veränderung vorgenommen und bist doch wieder gefallen.

Dann darfst Du mit Deiner Schuld zu Jesus kommen. Du musst nicht erst beweisen, dass Du künftig alles besser machen wirst. Bekenne ihm ehrlich, was geschehen ist, und vertraue seiner Vergebung.

Frage zugleich: Welchen konkreten Schritt des Gehorsams kann ich jetzt gehen? Vielleicht musst Du jemanden um Vergebung bitten. Eine Gewohnheit verändern. Eine Versuchung bewusst meiden. Oder einen vertrauenswürdigen Christen um Begleitung bitten.

Geistliches Wachstum verläuft oft langsam und kennt Rückschläge. Deshalb brauchen wir Geduld und die ehrliche Bereitschaft zur Umkehr. Unsere Hoffnung liegt in dem Herrn, der uns angenommen hat und weiter an uns arbeitet.

Du darfst in Christus zur Ruhe kommen und Dich von ihm verändern lassen. Beides gehört zu seiner Gnade.

Zum Weiterdenken: Wo versuche ich noch, mir Gottes Annahme zu verdienen? Und in welchem Bereich lädt Gottes Wort mich heute zu einem konkreten Schritt der Veränderung ein?

bubaspitzle
Hi, I’m Tarek

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