Verbindlich zur Gemeinde gehören – füreinander da sein

Was bedeutet es, verbindlich zu einer Gemeinde zu gehören? Den Gottesdienst zu besuchen? Sich einzubringen? Oder steckt mehr dahinter? Im dritten Teil unserer Reihe „Gut gegründet“ beschäftigen wir uns mit einer Zugehörigkeit, die unseren Glauben und unser Miteinander prägt.
In 1. Korinther 12,12–27 beschreibt Paulus die Gemeinde als einen Leib mit vielen Gliedern. Sie sind verschieden, gehören aber untrennbar zusammen. Alle werden gebraucht. Alle sind aufeinander angewiesen. Dieses Bild macht deutlich: Unsere Verbundenheit mit Jesus Christus soll in unserem Zusammenleben sichtbar werden.
Bewusst Ja sagen
Verbindliche Gemeindemitgliedschaft bedeutet, bewusst Ja zu einer konkreten Gemeinde zu sagen: Hier möchte ich meinen Glauben gemeinsam mit anderen leben. Hier möchte ich auf Gottes Wort hören und Verantwortung mittragen. Die anderen dürfen mit mir rechnen – und ich darf mit ihnen rechnen.
Dazu gehört auch, geistliche Begleitung anzunehmen. Wir brauchen Menschen, die uns ermutigen und uns zur Seite stehen. Und manchmal brauchen wir jemanden, der ehrlich nachfragt, uns hinterfragt oder auf etwas hinweist, das sich in unserem Leben verändern sollte. Auch darin zeigt sich, dass wir füreinander Verantwortung übernehmen.
Einander kennenlernen und Glauben teilen
Zugehörigkeit soll persönlich und greifbar werden. In Apostelgeschichte 9,26–28 lesen wir, wie Saulus versucht, sich den Jüngern in Jerusalem anzuschließen. Zunächst begegnen sie ihm mit Angst. Barnabas nimmt sich seiner an und berichtet den Aposteln, wie Saulus dem Herrn begegnet war und mutig von Jesus verkündigt hatte.
Auch wir möchten voneinander erfahren, wie Jesus in unserem Leben wirkt. Deshalb gehört bei uns zur Gemeindeaufnahme ein persönliches Glaubenszeugnis vor der Gemeinde. Wie hat Deine Beziehung zu Jesus begonnen? Wie bist Du zum Glauben gekommen?
Dabei darf jeder auch etwas über sich und seinen Lebensweg erzählen – so, wie es ihm persönlich recht ist. Es braucht keine spektakuläre Geschichte. Das persönliche Zeugnis hilft uns, einander kennenzulernen und gemeinsam über Gottes Wirken zu staunen.
Außerdem wünschen wir uns vor einer Gemeindeaufnahme den Besuch des Kompass-Kurses. Dort beschäftigen wir uns mit grundlegenden Fragen: Was glauben wir? Was prägt unsere Gemeinde? Wie können wir unseren Glauben gemeinsam und verantwortlich leben? Der Kurs gibt Orientierung und hilft, eine bewusste Entscheidung für die Zugehörigkeit zu unserer Gemeinde zu treffen.
Verbindlichkeit wird im Alltag sichtbar
Unser Ja zur Gemeinde bekommt im Alltag Gestalt. Wir suchen regelmäßig Gemeinschaft, beten füreinander und nehmen Anteil am Leben der anderen. Wir fragen nach, wenn jemand fehlt, und helfen in Schwierigkeiten. Wir bringen unsere Gaben, unsere Zeit und unsere Möglichkeiten ein und tragen die Aufgaben der Gemeinde auch finanziell mit.
Auch unser Umgang mit Spannungen gehört dazu. Wo Menschen miteinander leben, entstehen Missverständnisse und Verletzungen. Dann suchen wir das Gespräch, bitten um Vergebung und vergeben einander.
Dabei sind unsere Kräfte und Lebenssituationen verschieden. Unser Platz in der Gemeinde hängt nicht von unserer Leistung ab. Wer wenig Kraft hat, soll Fürsorge erfahren und Hilfe annehmen dürfen. Paulus beschreibt dieses Miteinander so: Wenn ein Glied leidet, leiden alle mit. Wenn eines geehrt wird, freuen sich alle mit.
Jesus Christus hat uns angenommen und macht uns zu seinem Leib. Seine Liebe bewegt uns, füreinander da zu sein.
Eine Frage zum Weiterdenken für Dich: Wie lebe ich meine Zugehörigkeit zu unserer Gemeinde – und woran können andere erkennen, dass sie auf mich zählen dürfen?