Gut gegründet Teil 2 – biblische Lehre für Gemeinde und Alltag: Warum ist die Glaubenstaufe wichtig?

Bild taufe biblisch begründet

Gut gegründet – Biblische Lehre für Gemeinde und Alltag

Ein sichtbares Bekenntnis zu Jesus Christus

Wenn ein Mensch allein durch den Glauben an Jesus gerettet wird, warum ist die Taufe dann so wichtig?

Ein Ehering macht aus zwei Menschen noch kein Ehepaar. Aber er macht sichtbar: Diese beiden gehören verbindlich zusammen. Ähnlich ist es mit der Taufe. Das Wasser rettet uns nicht. Doch in der Taufe wird öffentlich sichtbar: Ich gehöre zu Jesus Christus. Er ist mein Retter und mein Herr. Mit Ihm möchte ich leben.

Die Taufe folgt auf das Evangelium

In Apostelgeschichte 2 verkündigt Petrus den Menschen in Jerusalem das Evangelium. Er spricht davon, dass Jesus Christus gekreuzigt wurde und von den Toten auferstanden ist. Die Zuhörer erkennen ihre Schuld. Tief getroffen fragen sie:

„Was sollen wir tun?“

Petrus antwortet:

„Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi.“
Apostelgeschichte 2,38

Buße bedeutet, dass ein Mensch seine bisherige Richtung ändert. Er erkennt seine Schuld, wendet sich Jesus zu und vertraut sich Ihm an. Darauf folgt die Taufe. Wenige Verse später heißt es:

„Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen.“
Apostelgeschichte 2,41

Hier erkennen wir ein grundlegendes Muster des Neuen Testaments: Menschen hören das Evangelium. Sie nehmen es im Glauben an. Dann lassen sie sich taufen.

Die Taufe ist also nicht der Versuch, sich Gottes Rettung zu verdienen. Sie ist die sichtbare Antwort eines Menschen, der das Evangelium angenommen hat.

Das Wasser rettet uns nicht

Die Bibel macht deutlich: Wir werden nicht durch eine religiöse Handlung gerettet. Auch das Taufwasser besitzt keine besondere oder magische Kraft.

Gerettet werden wir allein durch Jesus Christus. Er hat am Kreuz die Strafe für unsere Schuld getragen. Er ist auferstanden und schenkt jedem neues Leben, der Ihm vertraut. Wir können unserer Rettung nichts hinzufügen.

Die Taufe ersetzt deshalb nicht den persönlichen Glauben. Sie ist auch keine zusätzliche Leistung, durch die wir uns Gottes Annahme verdienen könnten. Die Taufe ist nicht der Grund unserer Rettung. Sie ist eine Folge davon.

Trotzdem ist sie nicht unwichtig oder beliebig. Jesus selbst hat Seinen Jüngern den Auftrag gegeben, Menschen zu Jüngern zu machen und sie zu taufen. Wer Jesus vertraut, möchte auch auf Ihn hören. Darum ist die Taufe ein Schritt des Glaubens und des Gehorsams.

Was macht die Taufe sichtbar?

Paulus beschreibt in Römer 6,3–4, was die Taufe zum Ausdruck bringt. Sie verbindet uns sichtbar mit dem Tod und der Auferstehung von Jesus Christus.

Das Untertauchen zeigt: Mein altes Leben ohne Jesus gehört der Vergangenheit an. Mein alter Mensch ist mit Christus gestorben und begraben.

Das Auftauchen zeigt: Jesus ist auferstanden. Durch Ihn habe auch ich neues Leben empfangen. Ich darf nun mit Ihm und für Ihn leben.

Die Taufe richtet unseren Blick deshalb nicht zuerst auf unsere eigene Entscheidung. Sie weist auf das, was Jesus für uns getan hat. Er ist für unsere Sünden gestorben. Er wurde begraben. Er ist auferstanden. Und Er schenkt neues Leben.

Ein Täufling sagt nicht: „Ich bin jetzt ein besonders guter Mensch und werde nie wieder versagen.“ Er bekennt vielmehr: „Ich brauche Jesus. Er hat mich gerettet. Ihm gehöre ich.“

Ein öffentliches Bekenntnis

Der Glaube an Jesus beginnt im Herzen. Aber er soll nicht verborgen bleiben.

In der Taufe bekennt ein Mensch vor der Gemeinde und vor anderen Menschen: Jesus Christus ist mein Retter und mein Herr. Ich schäme mich nicht, zu Ihm zu gehören. Ich möchte Ihm nachfolgen.

Darum ist die Taufe keine rein private Angelegenheit. Im Neuen Testament wurden die Menschen nicht heimlich und für sich allein getauft. Ihre Taufe wurde vor anderen Menschen vollzogen. Sie machte sichtbar, dass sie nun zu Jesus und zur Gemeinschaft der Glaubenden gehörten.

In Apostelgeschichte 2 sehen wir diesen Zusammenhang besonders deutlich: Die Menschen nahmen das Wort an, ließen sich taufen und wurden der Gemeinde hinzugefügt. Der Glaube verband sie nicht nur persönlich mit Jesus. Er verband sie auch mit anderen Christen.

Warum sprechen wir von Glaubenstaufe?

Christen aus unterschiedlichen Kirchen verstehen die Taufe teilweise verschieden. Viele Menschen wurden bereits als Säuglinge getauft. Wir wollen darüber nicht lieblos urteilen oder die Überzeugungen anderer Christen gering achten.

Als Freie Christliche Gemeinde orientieren wir uns jedoch an dem Muster, das wir im Neuen Testament erkennen: Das Evangelium wird verkündigt. Ein Mensch hört es, glaubt an Jesus und lässt sich anschließend taufen. Deshalb sprechen wir von der Glaubenstaufe.

Der persönliche Glaube kann von niemand anderem übernommen werden. Eltern können ihren Kindern von Jesus erzählen, für sie beten und ihnen den Glauben vorleben. Aber jedes Kind und jeder Erwachsene ist selbst dazu aufgerufen, auf das Evangelium zu antworten.

Die Glaubenstaufe bringt diese persönliche Antwort sichtbar zum Ausdruck.

„Was hindert mich, getauft zu werden?“

Ein besonders schönes Beispiel finden wir in Apostelgeschichte 8. Ein hoher Beamter aus Äthiopien liest auf seiner Reise im Buch des Propheten Jesaja. Philippus erklärt ihm, dass dieser Text auf Jesus hinweist, und verkündigt ihm das Evangelium.

Als sie an einem Wasser vorbeikommen, fragt der Mann:

„Siehe, da ist Wasser! Was hindert mich, getauft zu werden?“
Apostelgeschichte 8,36

Sie steigen gemeinsam ins Wasser hinab und Philippus tauft ihn. Danach setzt der Mann seine Reise voller Freude fort.

Er wartete nicht, bis er alle Fragen des Glaubens beantworten konnte. Er wartete auch nicht, bis sein Leben vollkommen geworden war. Er hatte das Evangelium von Jesus gehört und angenommen. Darum wollte er seinen Glauben auch sichtbar bekennen.

Die Taufe prägt auch unseren Alltag

Die Taufe ist mehr als eine schöne Erinnerung an einen besonderen Tag. Sie erinnert uns unser ganzes Leben daran, wem wir gehören.

Wenn die Sünde uns wieder lockt, dürfen wir uns daran erinnern: Mein altes Leben soll mich nicht mehr beherrschen. Ich gehöre Jesus.

Wenn Zweifel kommen, dürfen wir uns daran erinnern: Meine Hoffnung liegt nicht in meiner eigenen Leistung, sondern in dem, was Jesus für mich getan hat.

Und wenn wir uns schämen, offen von unserem Glauben zu sprechen, erinnert uns die Taufe daran: Ich habe mich öffentlich zu Jesus bekannt. Ich möchte Ihm auch in meinem Alltag treu nachfolgen.

Die Taufe rettet uns nicht. Aber sie ist auch nicht bedeutungslos. Sie ist ein von Jesus gebotener Schritt des Glaubens. Sie macht sichtbar, was Er in unserem Leben getan hat.

Ich gehöre zu Jesus Christus. Mein altes Leben liegt hinter mir. Durch Ihn habe ich neues Leben empfangen. Ihm möchte ich nachfolgen.

Darum bleibt zum Schluss eine persönliche Frage:

Wenn ich an Jesus glaube, aber noch nicht getauft bin: Was hält mich davon ab, meinen Glauben öffentlich zu bekennen und diesen Schritt im Gehorsam zu gehen?

Biblische Grundlagen: Matthäus 28,18–20; Apostelgeschichte 2,38–41; Apostelgeschichte 8,26–40; Römer 6,3–4

Tarek

Von Tarek

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