Blogbeitrag

Wer sind heute die Witwen?

Bild Witwen damals heute

Am vergangenen Sonntag wurde in unserer Gemeinde über 1. Timotheus 5,1–16 gepredigt. Dieser Abschnitt erinnert uns daran, wie persönlich das Miteinander in der Gemeinde sein soll: Gemeinde ist Gottes Haus. Eine geistliche Familie.Das prägt unseren Umgang miteinander – weit über den Gottesdienst am Sonntag hinaus.

Timotheus soll ältere Männer wie Väter behandeln, jüngere wie Brüder, ältere Frauen wie Mütter und jüngere wie Schwestern – in aller Reinheit. Darin liegen Wertschätzung, Nähe und Verantwortung. Wir gehören durch Christus zusammen. Deshalb kann uns das Leben des anderen nicht gleichgültig sein.

Paulus wird dabei sehr konkret. Er spricht ausführlich über die Versorgung von Witwen. Viele von ihnen waren damals besonders schutzlos und auf Unterstützung angewiesen. Die Gemeinde sollte ihre Not wahrnehmen und ihnen verlässlich helfen. Zugleich spricht Paulus über die Verantwortung der Angehörigen. Fürsorge braucht ein offenes Herz und einen weisen Umgang mit den vorhandenen Möglichkeiten.

Mich beschäftigt dabei die Frage: Wer braucht heute unsere Aufmerksamkeit und Unterstützung?

Zunächst sind da auch bei uns Menschen, die ihren Ehepartner verloren haben. Darüber hinaus können wir fragen: Wer ist einsam? Wer bekommt kaum Besuch? Wer kann wegen Krankheit nicht mehr am Gemeindeleben teilnehmen? Wer trägt als alleinerziehender Elternteil eine große Last? Und wer ist neu in der Gemeinde und hat noch keinen Anschluss gefunden?

Nicht jeder alleinlebende Mensch ist einsam. Nicht jeder braucht dieselbe Hilfe. Deshalb beginnt Fürsorge damit, dass wir Menschen kennenlernen, ihnen zuhören und nachfragen.

Manchmal wird finanzielle Unterstützung nötig sein. Oft beginnt Hilfe aber ganz unscheinbar: mit einem Anruf, einem Besuch, einer Einladung zum Essen oder der ehrlichen Frage: „Wie geht es Dir eigentlich?“

Wir haben in der Gemeinde Menschen, mit denen wir besonders gern zusammen sind. Wir verstehen uns, teilen Interessen und haben uns viel zu erzählen. Solche Freundschaften sind kostbar. Doch die Liebe Jesu fordert uns heraus, den Kreis unserer Liebe weiter zu öffnen.

Vielleicht bedeutet das, nach dem Gottesdienst bewusst jemanden anzusprechen, mit dem wir bisher kaum geredet haben. Vielleicht laden wir jemanden ein, der selten eingeladen wird. Oder wir besuchen einen Menschen, dessen Platz schon länger leer bleibt.

Jesus hat uns in Liebe angenommen. Aus dieser Liebe dürfen wir einander begegnen – aufmerksam, geduldig und bereit, Zeit miteinander zu teilen.

Liebe braucht Ordnung. Fürsorge braucht Weisheit. Und Gemeinde braucht ein Herz für Menschen, die leicht übersehen werden.

Wen könntest Du in dieser Woche bewusst in den Blick nehmen?

bubaspitzle
Hi, I’m Tarek

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